Tafel Westerwald

Lebensmittel retten - Menschen helfen

 

 

10 Jahre Tafelausgabestelle in Westerburg

Lebensmittel retten und dabei Menschen helfen

 

 

Seit zehn Jahren gibt es in Westerburg eine Ausgabestelle der WesterwaldkreisTafel. Auch wenn dies noch kein richtiges Jubiläum ist, so war der runde Geburtstag doch für die Koordinatoren, Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer ein guter Grund zum Feiern.

In den Räumlichkeiten der Freien Evangelischen Gemeinde Westerburg begrüßte die Stellvertretende Leiterin des Diakonischen Werks (DW) Westerwald, Petra Strunk, die zahlreichen Festgäste. In ihrer Ansprache hielt sie Rückblick, informierte über die Tafelarbeit und nutzte die Gelegenheit, stellvertretend für den Träger allen Beteiligten einmal ein herzliches Dankeschön auszusprechen.

Aber Tafeln können auch nur eine Brücke zwischen all dem Überfluss auf der einen Seite und deutlich wahrnehmbarem Mangel auf der anderen Seite sein. Sie können Armut sichtbar machen, soziale Kontakte schaffen, finanzielle Not lindern. Jedoch die Ursachen von Armut können sie nicht bekämpfen, bestenfalls ihre Auswirkungen lindern“, führte Strunk aus. Es gebe sehr viele Gründe, um in Dankbarkeit auf zehn Jahre Tafelarbeit zurück zu blicken, in denen sehr große Mengen Lebensmittel verteilt anstatt vernichtet wurden.

Sie stehen für herausragendes ehrenamtliches Engagement von Ihnen, den 53 Frauen und Männern des Westerburger Tafelteams und all derer, die in den Jahren dazu gehört haben“, hob Strunk hervor. Annähernd 3.500 Abholtouren wurden in dieser Zeit gefahren, egal ob es schneite, regnete oder ob es so richtig drückend heiß war. Zehn Jahre Tafelarbeit sei aber auch ein Zeichen für eine gelungene Zusammenarbeit ganz vieler Beteiligter und stehe für Solidarität mit Menschen am Rand der Gesellschaft.

 

                   210 Erwachsene und 155 Kinder

 Derzeit komme dank der Tafellebensmittel 210 Erwachsenen und 155 Kindern aus der Verbandsgemeinde Westerburg wöchentlich eine direkte Hilfe in oft schweren Lebenssituationen zu Teil. Dazu zählen alte Menschen mit niedrigen Renten, arbeitslose Menschen, Flüchtlinge sowie alleinerziehende Mütter und Väter und Berufstätige im Niedriglohnsektor.  So hätten in jeder Woche der zehn Jahre oft mehr als 400 Menschen eine ganz praktische Hilfe in ihrem Alltag erfahren.

Von den etwas mehr als 500 Lebensmittelausgaben, die dienstags stattfinden, ist in den zehn Jahren nicht eine einzige ausgefallen. Sie haben es geschafft, dass auch die letzten Kunden immer noch etwas bekommen haben, haben Menschen mit unterschiedlichsten Wünschen und Sprachen bedient“, lobte sie das engagierte Team der Ehrenamtlichen. Die Tafelarbeit sei aber auch mit Kosten für Heizung, Strom, Benzin, Kfz-Versicherung, Verpackungsmaterialien und dergleichen verbunden, die ausschließlich mittels Spenden finanziert werden, informierte Strunk über die Hintergründe.

 

                          Lob galt den Ehrenamtlichen

Als Hausherr hieß auch Pastor Harald Börner die Anwesenden herzlich willkommen. „Ich glaube nicht, dass es eine himmlische Pay-Back-Karte gibt“, gab der Vertreter der Freien Evangelischen Kirchengemeinde Westerburg  zu bedenken. Doch Gott ergreife Partei für die Armen und Bedürftigen. Wer Liebe, Anteilnahme, Zeit und Geld an andere Menschen weitergebe, der werde von Gott belohnt.

Die Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Westerburg. Dr. Ulrike Fuchs gratulierte, auch im Namen der Stadtbeigeordneten Gabi Frenz-Ferger, die ebenfalls zur Feierstunde gekommen war. Die Tafel zähle zu den größten sozialen Bewegungen unserer Zeit. Wenn Menschen hungern, dürfte es eigentlich nicht sein, dass Lebensmittel vernichtet werden, so Dr. Fuchs. Die Wertschätzung von Lebensmitteln sei bedauerlicherweise deutlich gesunken. Viele Menschen würden sich nichts dabei denken, Lebensmittel als Müll zu entsorgen. In ihrem Grußwort brachte sie auch die Diskussion um die Tafel in Essen zur Sprache. Die Einrichtungen seien jedoch der Beweis dafür, dass es in unserer Gesellschaft noch Mitmenschlichkeit gebe. Im Namen von VG-Bürgermeister Gerhard Loos und Stadtbürgermeister Ralf Seekatz sprach sie ihren Dank aus und sicherte stets ein offenes Ohr zu. „Es sieht nicht so aus, dass es künftig keine Bedürftigen mehr gibt“, stellte die Erste Beigeordnete abschließend fest.

 

                            Große Unterstützungsbereitschaft

Happy Birthday, liebe Tafel“, gratulierte Martin Fries. Der Pfarrer und Dekan im Ruhestand ist Ansprechpartner des Förderkreises der Tafel im Westerwaldkreis. Dieser Förderkreis hilft dabei, die dringend benötigten Spenden zu akquirieren und Fördermitglieder zu werben. „Trotz mancher Bedenken wurde der Schritt gewagt“, erinnerte Fries an die ersten Gespräche, lobte den guten Standort und die große Unterstützungsbereitschaft, die Mut gemacht habe, die Tafel ins Leben zu rufen. Den vielen Helfern sprach er seine „allerhöchste Hochachtung“ aus. „Sie alle investieren jede Woche Zeit, Energie und Sachverstand“, lobte Fries.

Kräftigen Beifall gab es auch für Elke Rusert. Die ehrenamtliche Helferin hatte ein Gedicht über die Tafelarbeit geschrieben, was mit den Worten schloss: „Wir bitten einfach nur zu Tisch“. Diesen Satz griff Petra Strunk als Abschluss des offiziellen Teils nun auf und lud nach einem Gruppenfoto als Erinnerung alle Anwesenden zum Festessen ein. Das gemütliche  Beisammensein war für das Diakonische Werk als Träger der Tafel eine schöne Gelegenheit, sich insbesondere bei den ehrenamtlichen Helfern zu bedanken.

(Text und Foto: Ulrike Preis)

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