Tafel Westerwald

Lebensmittel retten - Menschen helfen

 

 

10 Jahre „Lebensmittel retten und Menschen helfen“ in der Tafelausgabestelle Montabaur/Wirges

 

 

Im September 2007 wurden in der Mons-Tabor Str. 19 in Montabaur erstmalig Tafellebensmittel ausgegeben. Zuerst nur für Menschen der Verbandsgemeinde Montabaur, aber schon zwei Jahre später als  Ausgabestelle Montabaur/Wirges auch für Menschen der Verbandsgemeinde Wirges. Inzwischen wird sie auch von Bürgern der Verbandsgemeinde Wallmerod in Anspruch genommen.

 

Seitdem ist die Tafel Westerwald in Trägerschaft des Diakonischen Werkes aus dem sozialen Netzwerk der beiden Verbandsgemeinden kaum noch weg zu denken. Seit 10 Jahren können Menschen in finanziell schwierigen Verhältnissen jede Woche Lebensmittel erhalten, die bei den örtlichen Geschäften zwar überflüssig, aber noch einwandfrei sind und die ohne Tafel vernichtet würden. Wären da eben nicht die Frauen und Männer, die in jeder Woche dafür sorgen, dass genau dies nicht passiert. Mit großem Engagement setzen sich seitdem dafür ein, dass Brot und Brötchen, Obst und Gemüse, Wurst und Käse, Joghurt oder Quark nicht im Müllcontainer landen, sondern an Menschen weitergegeben werden, denen diese Lebensmittel eine große Erleichterung in ihrem Alltag bedeuten: an alte und kranke Menschen, an arbeitslose Menschen, an Familien mit Kindern oder alleinerziehende Mütter und Väter, an Flüchtlinge und an Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten.

Das Bestehen von Tafeln ist, so Petra Strunk (Diakonisches Werk Westerwald), kein Grund zum Feiern. Basiert sie doch auf zwei gesellschaftlichen Missständen, die man nicht feiern möchte: der enorm großen Lebensmittelvernichtung und einer hohen Anzahl von Menschen, die in finanziell bedrückenden Verhältnissen leben und arm sind. Und da können Tafeln auch nur eine Brücke sein zwischen dem Überfluss auf der einen Seite und dem deutlich wahrnehmbaren Mangel auf der anderen Seite. Trotzdem hat das Diakonische Werk Westerwald alle ehrenamtlich Mitarbeitenden der Tafelausgabestelle Montabaur/Wirges sowie die langjährigen Kooperationspartner am 28. September zu einer Feierstunde in das kath. Pfarrzentrum Montabaur eingeladen. Denn 10 Jahre Tafelarbeit bedeuten auch, dass 10 Jahre lang Lebensmittel verteilt anstatt vernichtet wurden, sie stehen für ein überaus hohes ehrenamtliches Engagement der Mitarbeitenden und für Solidarität mit Menschen am Rand der Gesellschaft, die mit den Tafellebensmitteln eine Unterstützung in ihrem Alltag erfahren konnten.

 

Der Einladung gefolgt sind 80 Frauen und Männer des Montabaur/Wirgeser Tafelteams sowie Bezirksdekan H.W. Barthenheier seitens der kath. Kirchengemeinde, Dekan Wolfgang Weik für die  evang. Kirchengemeinde Montabaur, Verbandsgemeindebürgermeister Edmund Schaaf, Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland, Werner Zingel als 1. Beigeordneter der Verbandsgemeinde Wallmerod sowie der gesamte Vorstand des Fördervereins Westerwaldkreis Tafel Montabaur/Wirges e.V.

 

Petra Strunk dankte an allererster Stelle den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr hohes und verantwortungsvolles Engagement, ohne das diese Arbeit überhaupt nicht möglich gewesen wäre. Gleichzeitig hob sie die überaus gute Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden, den Stadt-, und Verbandsgemeinden, ortsansässigen Vereinen, Firmen und Privatpersonen hervor und dankte seitens des Diakonischen Werkes dafür, dass man in den 10 Jahren stets die Erfahrung machen durfte, mit dieser Arbeit und der damit verbundenen Verantwortung nicht alleine dazu stehen.

 

Einen besonderen Blick richtete sie auf den Förderverein Westerwaldkreis Tafel Montabaur/Wirges e.V., der gleichzeitig mit der Eröffnung der Tafelausgabestelle gegründet wurde. Er hat sich die finanzielle Absicherung der Kosten der Tafelausgabestelle Montabaur/Wirges zur Aufgabe gemacht. Sowohl unter seinem jetzigen Vorsitzenden Alexander Schnupp, als auch seinen Vorgängern Paul Widner und Alfons Henkes, leiste dieser mit ganz viel Herz und überaus hohem Engagement Großes für die Finanzierung der Tafelarbeit in dieser Ausgabestelle. Nur dadurch seien zusätzlich die wöchentliche Sozialberatung sowie ein jährlicher Ausflug der Tafelkunden möglich.

 

Bezirksdekan H.W. Barthenheier sprach in seiner Besinnung angesichts des vielfach vorhandenen Überflusses über die immer bedeutsamer werdende Notwendigkeit, den Blick zu weiten für diejenigen, die nicht genug haben im Leben an Bildung, Geld oder Teilhabe.

 

Edmund Schaaf überbrachte seitens Verbandsgemeinde und Stadt Montabaur den Dank für die geleistete Arbeit und die große Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements für ein gelingendes Miteinander in einem Gemeinwesen. Dekan Wolfgang Weik erinnerte neben seinem großen Dank an das Team der ehrenamtlich Mitarbeitenden auch an den politischen Auftrag, Tafeln überflüssig zu machen.

 

Für den Förderverein brachte  Alexander Schnupp die große Verbundenheit des Vorstandes, der Vereinsmitglieder sowie der vielen Spenderinnen und Spender mit der praktischen Tafelarbeit in der Ausgabestelle Montabaur/Wirges zum Ausdruck.

Bettina Deimling-Isack, die seitens des Diakonischen Werkes die Arbeit vor Ort begleitet und koordiniert, dankte den ehrenamtlich Mitarbeitenden für ihr verlässliches Mitarbeiten, für gut funktionierende Teamarbeit, die gute Zusammenarbeit und den großen Einsatz aller zum Erreichen des gemeinsamen Zieles: Lebensmittel vor der Vernichtung retten und damit Mitmenschen helfen.

 

Nähere Informationen: Diakonisches Werk Westerwald,  Tel.02663/9430-0

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